1990-1995 1996 1997 1998-2001 2002 2003 2004-2010 2011

1990-1995: Frühe Jahre

1990 kam die Familie Keusch aus Wohlen AG auf die Idee, eine Guggenmusik zu gründen. Zusammen mit einigen anderen Verwandten und Bekannten wurde ein Verein aus der Taufe gehoben: Die Bünzgeischter waren geboren.
Anfänglich nur mit einer Trompete, einem Schlagzeug und einer Pauke bewaffnet, ging es 1991 zum ersten Mal an die Fasnacht. Die kleine Gruppe hatte sich ganz einfach alte Teppiche als "Gwändli" umgehängt. Die Kosten niedrig, der Erfolg gross - so konnte es weitergehen.
Nach und nach kamen andere Personen zur kleinen Gruppe hinzu. Bald war jemand gefunden, der Posaune spielen konnte - nach und nach wuchsen die Bünzgeischter, bis sie die stolze Anzahl von 30 Mitgliedern erreicht hatte. Die meisten auch heute noch vertretenen Instrumentengattungen waren dabei - so war auch schon unser Horn-Spieler Stephan Keller einer der ersten, welche mit Markus Keusch und Co. an die Fasnacht zogen.
Markus Keusch war nicht nur Gründer und erster Präsident des Verein, er war gleichzeitig auch musikalischer Leiter, lernte immer mehr Instrumente selbst zu spielen, unterrichtete auch darin und schuf alles, was für einen Verein notwendig war: Statuten, ein Vereinslokal - der Löwensaal in Boswil AG - musste gefunden werden und vor allem mussten Noten für Stücke geschrieben werden: Das ursprüngliche Repertoire bestand aus Gassenhauern wie "The Lion sleeps tonight", "Lollipop", "Country Roads" oder "Pippi Langstrumpf".
Doch immerhin - das musikalische Niveau stieg, und bald durfte man sogar bei der jährlichen Guggemeisterschaft in Spreitenbach AG mitwirken und hätte vielleicht sogar gewonnen, hätte sich Markus Keusch nicht so sehr ins Musikalische gesteigert, dass jedes Mal die Zeit überschritten wurde. Müssig zu sagen, dass Markus' Sohn, Markus Junior, damals noch ein richtiger Dreikäsehoch, umher sprang wie vom Floh gebissen … noch heute auf Videos aus dieser Zeit festgehalten.
Auch die Gwändli wurden qualitativ hochwertiger - Markus' Frau, Therese Keusch, gab oft das Sujet vor, und danach wurden Gwändli und Grind gestaltet.
Die Bünzgeischter hatten schnell einen guten Ruf - man konnte sie im Freiamt, im restlichen Aargau, in angrenzenden Kantonen und sogar einige Male in Deutschland bewundern.


1996: Das "verflixte 7. Jahr

Die Gugge war in einem richtigen Hoch nach der Saison 1995/1996, war sie doch auf über 30 Mitglieder angewachsen. Der Vorstand bestand auch bereits aus mehreren Personen, welche sie anfänglich noch sehr gut verstanden. Doch leider ist es - wie oft in Vereinen - auch für eine dominante Leiterpersönlichkeit wie Markus Keusch nicht einfach, seine Leute hinter sich zu wissen, wenn es aufmüpfige Vorstandsmitglieder gibt, welche sich selbst als Leiter sehen.
Nach einigen misslungenen Versuchen, den Verein hinter sich zu scharen, war der Bruch perfekt: Es gab eine Spaltung der Bünzgeischter. Viele der ehemaligen Mitglieder wechselten zu anderen Guggen, einige wenige blieben dem Verein treu, wiederum andere hatten überhaupt kein Bedürfnis mehr nach fasnächtlicher Aktivität.
Die paar wenigen Mitglieder, die sich treu blieben, suchten nach Möglichkeiten, wieder an die Fasnacht zu gehen. Es wurden schliesslich Flyer produziert, mit welchen neue Mitglieder gesucht wurden. Die Übriggebliebenen verteilten diese an diversen Anlässen und Umzügen. Mit Erfolg - über 20 neue Mitglieder konnten so gewonnen werden.


1997: Der Neubeginn

Im Frühjahr 1997 konnte der Verein wie Phönix aus der Asche wieder auferstehen. Die neuen Bünzgeischter waren äusserst motiviert, mit der Gugge Neues zu leisten. Plaketten wurden produziert, neue Stücke in Angriff genommen, das Vereinlokal von Boswil nach Bünzen AG verlegt, ins Restaurant "Altes Rössli". Markus Keusch und seine Familie scheuten keinen Aufwand: Er organisierte sämtliche Aktivitäten in- und ausserhalb der Fasnacht (Auftritte, Vereinsausflug, Chlaushöck etc.), schrieb Noten, unterrichtete musikalische Kenntnisse bei den verschiedenen Instrumentengattungen, Therese kümmerte sich wieder um die Gwändli und den Grind.
Nach einer Saison des Kennenlernens war die Gugge 1998 das erste Mal wieder an der Fasnacht. Und auch dieses Mal wieder war sie von Erfolg gekrönt: Der Ruf der Bünzgeischter verbesserte sich zusehends, es war kein einziger Auftritt wirklich schlecht oder musste abgebrochen werden und die Motivation der Mitglieder war gross wie nie.


1998-2001: Aufbaujahre

Was folgte, war eine kontinuierliche Steigerung in jeglicher Hinsicht. Markus Keusch gab erstmals Kompetenzen ab, es wurden Arbeitsgruppen ins Leben gerufen, welche sich in eigener Verantwortung um gewisse Aktivitäten kümmern sollten - so gab es eine Gruppe Clubhaus, eine Musikkommission, eine Gruppe Events, eine Gruppe Auftritte etc. Und was hier vor allem anzumerken ist: Es wurden das erste Mal seit Bestehens der Gugge Anstalten getroffen, ein eigenes Fest zu organisieren: Die spätere "Night of Animus", die "Geischternacht".
Doch mit dem zusätzlichen Engagement wurden auch die Anstrengungen intensiver: Der Vereinsausflug, die Fasnacht mit den Auftritten selbst und so weiter.
Markus Keusch gab das Präsidium ab, nach einer Phase einer Quasi-Vakanz, mit einem Präsidenten, der sein Amt dann schliesslich doch nicht wahrnehmen konnte, wurde Barbara Strebel neue Präsidentin und sozusagen der ganze Vorstand ausgewechselt. Markus Keusch blieb vorläufig Tambourmajor und "Notenschreiber". Die Stücke wurden unter seiner Leitung ebenfalls intensiver und schwieriger, die Grinden unter der tatkräftigen Leitung von Urs Stimpfl immer professioneller, der Rhythmus feinfühliger, doch leider auch die zwischenmenschlichen Konflikte langsam wieder grösser. Es gab immer mehr Gerüchte und kleinere Konflikte, erst unterschwellig, später offen ausgetragen. Diskussionen in Proben wurden irgendwann so geführt, dass jede Talkshow erblassen würde. So durften die Zustände längerfristig nicht bleiben!
Jahre vergingen ohne grosse personelle Änderungen. Doch die Konflikte wurden immer offensichtlicher mit derselben Stetigkeit, mit welcher auch die Professionalität der Gugge stieg.
Einige wichtige Änderungen dieser Zeit: Das Amt Präsident / Tambourmajor wurde aufgesplittert, die Arbeitsgruppen gegründet, die Night of Animus wurde insgesamt drei Mal durchgeführt, das Clubhaus innen neu gestaltet und mit einem "Tag der offenen Tür" feierlich eingeweiht, Kommen und Gehen von diversen Newcomern. Schliesslich sei hier noch gesagt, dass im Zuge der Professionalität auch daran gedacht wurde, die Bezeichnungen im Vorstand wie in der Privatwirtschaft üblich zu anglisieren: Aus dem Präsident wurde der CEO, aus dem Auftrittsverantwortlichen der Tourmanager usw. Da diese Idee nicht wirklich auf Gegenliebe stiess, liess man die Sache nach einem Jahr wieder fallen.
Und last but not least: Eine Homepage war im Internet aufgeschaltet worden. Unter www.buenzgeischter.ch konnte man ab dem Jahr 1999 sämtliche Infos zur Gugge abrufen.


2002: Die ORKS spalten sich ab - Gugge am Abgrund

Markus Keusch inzwischen hatte nun endgültig keine Motivation mehr, an vorderster Front mitzuwirken, sei dies nun als Präsident oder Tambourmajor. Vermutet wird, dass die ganzen zwischenmenschlichen Keilereien ihm und seiner Familie schwer zu schaffen machten. Er gab anlässlich einer GV seinen Austritt aus der Gugge bekannt. Nun wurden einzelne Mitglieder aktiv und versuchten, Markus zum Bleiben zu überreden. Nach langem Hin und Her war er bereit zu bleiben.
Leider war, das wissen wir heute, mit dieser Massnahme niemandem gedient. Markus Keusch hatte nach all den Jahren einfach keine Kraft zum Weitermachen mehr, und so kam es, wie es kommen musste: Er verliess den Verein mitsamt der Familie. Viele der "alten Garde", welche mit ihm schon vor dem 7. Jahr zusammen waren, gingen ebenfalls, und das mitten in der Saison. Neue Mitglieder zu finden war ein Ding der Unmöglichkeit. Die Gugge schrumpfte und schrumpfte und wäre beinahe aufgelöst worden. Es gab in dieser Zeit wohl niemanden, der sich nicht Gedanken machte, aufzugeben.
Und dennoch - man versuchte weiterzumachen, nun halt unter erschwerten Bedingungen. Es wurde trotz aller Widrigkeiten eine weitere Night of Animus durchgeführt, und ebenso ging man an die Fasnacht. Trotzig spielte man grösstenteils die alten Stücke und liess sich nicht unterkriegen.
Im Herbst vorher kamen erste Gerüchte auf, die meisten der Wegegegangenen hätten eine eigene Gugge gegründet, die ORKS aus Waltenschwil. Dieses entsprach leider der Wahrheit, und gewisse Feindschaften der früheren Zeit wurden so natürlich wieder geschürt. Hassgefühle wurden aufgewühlt, und man verkehrte lange Zeit nicht mehr miteinander. Vielleicht war die Gründung der ORKS sogar einer der Gründe, warum die Bünzgeischter sich sagten: Jetzt erscht rächt!


2003: Aera Nova - Jetzt erscht rächt

Es war gewiss ein Glücksfall, dass wir mitten in den Wirren des Weggangs der ORKS einen neuen Tambourmajor verpflichten konnten: Thomas Stutz. Mit seiner Hilfe konnten wir einige der Stücke noch fertig einstudieren und das eine oder andere Stück sogar neu lernen. Ein Probeweekend in Amden GL tat sein Übriges: Wir waren gerüstet für die Fasnacht, trotz der wenigen Aktiven, die wir noch waren. Auch das Jahr, in welchem wir also die zweite Existenzkrise hatten, wurde erfolgreich beendet. Anschliessend wurden intensiv Mitglieder mit einer umfangreichen Werbekampagne gesucht. Diese schlug ein wie eine Bombe - wir waren in der nun abgeschlossenen Saison auf einmal doch wieder um die 30 Mitglieder. Auf den Lernerfolgen des vergangenen Jahres wurde aufgebaut, so dass wir auch wieder ein Probeweekend, dieses Mal in Axalp BE durchführten. Erneut fand der Vereinsausflug statt, die Night of Animus 5 "Supernova Party" wurde zum allerersten Mal in einem Zirkuszelt über die Bühne gebracht. Neue Gwändli mit einem Schotten-Look wurden gefertigt, die Homepage überarbeitet, das etwas blasphemische Kreuz endlich aus dem Sujet gekippt - et voilà - sind die Bünzgeischter erneut aus der Asche aufgestiegen. Eine neue Aera hat begonnen: Die Aera Nova.


2004 - 2010 BGB in vollen Kräften

Nachdem die Bünzgeischter nun wieder in einer ansehbaren Grösse und mit gutem Spielerischem Niveau anzutreffen sind, geht es nun dem 20 Jahre Jubiläum entgegen. Nachdem die Night of Animus nicht immer das Gelbe vom Ei war, sei es von der Lokalität her oder den allgemeinen Umständen haben sich die Bünzgeischter dazu entschieden ihren Ball im Chillout in Boswil durchzuführen. Die Lokalität war vom Platz her optimal, warm, Akustisch gut, und die Party konnte mit Food-Zelt, Kaffeestube, und grossem Partyfloor steigen. Nach einem gelungenen Ball kommt meistens eine motivierte Fasnacht, und so ist es bei der Guggenmusik auch. Die Bünzgeischter und die Night of Animus wurden bekannter und beliebter, die alten Zeiten, die nicht immer das Optimum mit sich brachten gerieten schnell in Vergessenheit. Aufgrund erneutem Wachstum und steigender Beliebtheit waren die Bünzgeischter wieder gezwungen, eine neue, grössere Lokalität für den Hauptanlass des Vereins zu finden. Nach vielen Langen Sitzungen mit der Gemeinde Bünzen, vielen Abklärungen und Vorkehrungen durften wir wieder in unserer Heimatgemeine Bünzen in der Turnhalle unseren Jubiläumsanlass steigen lassen. Fazit – Wir sind wieder da, die BGB leben nach 20 Jahren wieder wirklich auf. Mit Franky als Präsident, Martina als Tambi, und einem guten Vorstand freuen sich nun nicht nur die Vereinsmitglieder, sondern auch die steigende Anzahl Passivmitglieder, Gönner und Fans auf die neue schönste Jahreszeit, und sind glücklich nach 20 Jahren mit vielen Hochs und Tiefs nun die Bünzgeischter zu sein, die sie sind.


2011 - 20 Jährg und voll in Fahrt

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